Freitag, 5. April 2013

Schon lange habe ich auf die Gelegenheit gewartet das neue Sonnenteleskop einmal fotografisch auszuprobieren. Anfang April war es dann so weit. Immer wieder flogen Wolken ins Bild, aber die Wolkenlücken waren schließlich groß genug, dass ein paar Aufnahmen zu Stande kamen. In den Tagen zuvor war auf der Sonne wenig los gewesen. Zum Glück war am Aufnahmetag aber in Punkto Protuberanzen einiges geboten.

Stephan Studer



aufgenommen mit dmk, am 1.4.2013

aufgenommen mit dmk, 1.4.2013



Freitag, 29. März 2013

Rosettennebel

Wie bereits im Kurzvortrag auf dem letzten Sternfreundeabend beschrieben, sind auf der Sternwarte in den letzten Monaten einige Aufnahmen des Rosettennebels entstanden. Im Folgenden möchte ich die bisherigen Bearbeitungen meiner Aufnahmen zeigen.

Meine Bilder setzen sich aus folgenden Belichtungszeiten zusammen: (insgesamt 5 Nächte)
150min mit einem 300mm Teleobjektiv und DSLR
5h mit der AK und DSLR (1000mm)
90min mit der ST-10, 12nm H-Alpha-Filter am Ostkuppel-Newton mit 1300mm (Keller-Korrektor)
100min mit der ST-10, 12nm H-Alpha-Filter am Ostkuppel-Newton mit 2000mm (Paracorr)

Die Bilder beinhalten jeweils Daten aus mehreren dieser Brennweiten. Ich habe versucht, die Aufnahmen gewinnbringend miteinander zu kombinieren, zum Einen um die H-Alpha-Bilder mit Farbe zu versehen, zum anderen um das Signal-Rausch-Verhältnis zu verbessern.


Brennweite 300mm

Brennweite 1000mm
Brennweite 1300mm


Brennweite 2000mm




Und hier als Nachtrag noch zwei Neubearbeitungen mit mehr Farbe: (April 2013)




Dienstag, 5. März 2013

Jupiter in Farbe am 3. März 2013


Am Abend des 3. März war die Atmosphäre überraschend ruhig und so entschloss ich mich, Jupiter aufzunehmen. Der zeigte sich leider von seiner langweiligen Seite: Der Große Rote Fleck auf der Rückseite, kein Mond oder Mondschatten vor der Scheibe, keine spektakulärer Wolkenwirbel. Na ja. Da ich genug Zeit hatte, wurden diesmal mit der DMK31 Filme mit RGB-Filtersatz aufgenommen und die aus RegiStax6 resultierenden Farbauszüge zu einem Farbbild kombiniert. Dabei stellte sich heraus, dass das Ergebnis etwas besser ausfällt, wenn man die Kombination zum Farbbild mit Photoshop oder Gimp selbst vornimmt anstelle auf die automatisierte Kombination von RegiStax zu vertrauen.Bei genauem Hinsehen sind an einzelnen Stellen kleine Farbverschiebungen erkennbar, die durch die schnelle Rotation des Planeten während der Aufnahme entstehen. Es gibt zwar die Möglichkeit der "Derotation", um diesen Effekt zu kompensieren, aber ich habe leider noch nicht verstanden, wie das technisch geht. 10" SCT mit DMK31+Astronomik RGB-Filter, 19.58 UT (ZM I: 342 Grad, ZM II: 336 Grad), Norden oben, Osten links.

Der Abend wurde noch mit der Beobachtung einiger Doppelsterne und Nebel abgerundet. Für die Trennung von Sirius war das Seeing in Horizontnähe dann doch zu schlecht.

Martin Federspiel

Freitag, 22. Februar 2013

Mond und Jupiter am 18. Februar 2013

In diesem Winter wurden wir bis jetzt mit klaren Abenden nicht gerade verwöhnt. Die erste Gelegenheit für eine nächtliche Fernrohrbeobachtung im Jahr 2013 bot sich mir am 18. Februar. Der zunehmende Halbmond und Jupiter standen nahe beieinander in großer Höhe, es sollte also ein Mond- und Planetenabend werden. Dafür braucht man gutes Seeing. Die Hauptluftströmung war Nordost, also eigentlich keine guten Voraussetzungen. Doch - Überraschung - am Fernrohr zeigte sich bald, dass die Luftunruhe nur gering war.


Jupiter zeigte auch prompt seine Schokoladenseite mit dem Großen Roten Fleck. Wie ein i-Tüpfelchen stand direkt daneben noch der Schatten des Mondes Io - ein schöner Anblick. Auf der anderen Seite des GRF war das südliche Äquatorialband mächtig zerzaust. Schon bei der Aufnahme erschien mir Jupiter irgendwie milchig, ich konnte keine richtig gute Einstellung für Kontrast, Helligkeit und Gain finden - ich verstehe bis heute nicht warum (Filter oder Korrekturplatte nicht beschlagen usw.). So ist das Jupiterbild dann auch etwas enttäuschend.

Der zunehmende Halbmond zeigt jede Menge interessanter Landschaften, die auch vielen Gelegenheitsbeobachtern bekannt sind. Ein Hingucker ist das Mare Imbrium mit seinen einzeln stehenden Bergen, die lange Schatten werfen, den Kratern Plato, Archimedes, Autolycus und Aristillus, den gewaltigen Rand-Gebirgen Alpen, Caucasus und Apennin. Die Rillen im Alpental, beim Krater Hadley und bei Archimedes sind gut erkennbar.




Auch die Gegend um die Mondmitte ist sehr interessant. Zwischen Manilius, Julius Caesar und Agrippa verläuft das komplexe Rillensystem der Rimae Ariadaeus, Hyginus und Triesnecker. Zumindest die Rima Hyginus zeigt deutliche Anzeichen von Vulkanismus (viele kleine wie überlappende Krater aneinandergereihte Öffnungen). In ihrer Nähe findet sich ein sehr dunkles Gebiet, das durch vulkanischen Auswurf entstanden ist.


Eine besonders ins Auge springende Kratergruppe ist das Trio aus Ptolemaeus, Alphonsus und Arzachel. Auf dem Boden des lavaüberfluteten Ptolemaeus finden sich zahlreiche Kleinkrater, Alphonsus wird von Rillen durchfurcht und zeigt am inneren Rand (z.B. rechts unten) kleine dunkle Bereiche mit vulkanischem Auswurf, Arzachel hat einen exzentrischen Zentralberg. Auch außerhalb der Krater gibt es Kurioses zu sehen, z.B. längere lineare Strukturen, die mit dem Einschlag, der das Imbrium-Becken verursacht hat, zusammen hängen.



Martin Federspiel

Dienstag, 12. Februar 2013

Eisblumen auf der Orchideenwiese

Am 8.2.13 machten sich Leo und ich trotz widriger Vorhersage auf den Weg zur Sternwarte. Die letzten Tage hatte es fleißig geschneit und als wir am Parkplatz ankamen, zeigte das Thermometer schon -10° C. Schon der Weg bis zum Metalltor entpuppte sich als Abenteuer. Einmal dort angekommen ging es aber erst richtig los. Sämtliche Schlösser waren vereist, am Metall klebten wegen der Kälte die Handschuhe fest und wir mussten erst Kubikmeterweise Schnee schaufeln, um überhaupt bis zur Ostkuppel zu kommen. Zumindest die ersten 1-2 Stunden war uns eher zu warm als zu kalt, bevor wir uns dann den Rest der (weitgehend sternklaren) Nacht mit technischen Problemen auseinandersetzten konnten.

Ein paar Impressionen:







 


Stephan Studer

Sonntag, 6. Januar 2013

Sharpless 155 - Cave Nebel und Umgebung

Visuell gibt der Cave-Nebel ja nicht viel her ... Ist ein eher lichtschwaches Bürschchen! Umso angenehmer überrascht war ich dann von der interessanten und komplexen Landschaft aus Dunkelwolken, Emissions- und Reflexionsnebeln.

Dieses Mosaik enstand aus drei Einzelbildern, belichtet in drei Nächten im Oktober und November 2012.

Kamera: IR-modifizierte EOS1000D
Filte: IDAS LPS v2 Kontrastfilter
Optik: AK1
Guiding: ST-4

Belichtungszeiten:
Teil 1 (Mitte) 21x10min
Teil 2 (unteres Drittel) 12x15min + 2x10min
Teil 3 (oberes Drittel) 15x15min

Detailansichtt 1

Detailansicht 2



Donnerstag, 20. Dezember 2012

Jupiter am 19. Dezember 2012

Der Gasriesenplanet Jupiter hat seine Opposition gerade hinter sich und steht in den langen Dezembernächten in optimaler Beobachtungsposition. Ich habe eine kurze wolkenarme Phase gegen 22 Uhr für eine Rotaufnahme genutzt. Die Bedingungen waren relativ ordentlich. Leider zeigte Jupiter uns nicht seine Schokoladenseite mit dem Großen Roten Fleck. Es sind aber auch so schon genügend kleinere und größere Strukturen in und um die dunklen Wolkenbänder zu sehen. Die drei Monde auf der linken/östlichen Seite sind Europa, Ganymed und Io (von links). Teleskop: Meade 10" SCT@f/10, DMK31-Kamera+Rotfilter.

Martin Federspiel