Freitag, 30. November 2012

Crescent-Nebel NGC 6888




















Diesen Sommer habe ich viel Zeit mit dem Crescent-Nebel verbracht... Es handelt sich um RGB-Aufnahmen mit meiner modifizierten Canon EOS1000D und Schmalbandaufnahmen mit der ST10-Kamera, die gemeinsam mit Stephan entstanden sind. Es ist das erste Mal, dass ich mich an die ST10 herangewagt habe, Stephan hat mich in die Handhabung der Kamera eingeführt (Danke!). Aufnahmeoptik war jeweils die Astrokamera. Im oberen Bild wurden die Aufnahmen bei der Bildbearbeitung zu einem HII-OIII-LRGB zusammengeführt. Das untere Bild stellt den Versuch dar, die Schmalbandaufnahmen zu einer Hubble-Palette zusammenzuführen (HII = Grün, OIII = Blau, SII = Rot).

Belichtungszeiten:

RGB (mit IDAS-LPS2-Kontrastfilter):
2x20min + 13x10min + 13x5min

ST10:
H-Alpha: 14x10min
OIII: 4x20min
SII: 8x10min

Gesamtbelichtungszeit: 7h 45min





Als Nachtrag eine Neubearbeitung als OIII-RGB (ohne H-Alpha): (April 2013)


Montag, 26. November 2012

Andromeda Galaxie - Messier 31


Aufgenommen am 16. November 2012 auf der Schauinslandsternwarte.

Optik: 300mm Teleobjektiv, abgeblendet auf f/4.5
Kamera: EOS1000D (modifiziert) mit IDAS-LPS-2-Filter bei ISO800
Belichtungen: 23x10min + 6x5min

Sonntag, 4. November 2012

Abwechselungsreiche Mondlandschaften am 25.10.2012

(vgl. auch meinen Post vom 3. März 2012)

Einen Abend, nachdem ich ein Mosaik des ganzen Mondes aufgenommen hatte, gab es schon wieder Gelegenheit zur Mondbeobachtung. Wieder waren die Bedingungen akzeptabel, aber insbesondere wegen der Bildbewegung nicht herausragend. Ich entschloss mich zu klassischen Videoaufnahmen mit der DMK31-Kamera am 10"-Meade SCT an der Tag-Nacht-Grenze des auf den Vollmond zugehenden Mondes (3 Tage vor Vollmond). Um diese Zeit mangelt es nicht an unterschiedlichen Objekten in Terminatornähe.


Im Nordwesten ist das Mare Imbrium mit dem großen Krater Plato, der Regenbogenbucht "Sinus Iridum" und seinen einzeln stehenden Bergen nun vollständig beleuchtet. Manche Schattenwürfe fordern zur Bestimmung der Bergspitzhöhen heraus. Wer genauer hinschaut, erkennt verschiedene Lavaflüsse an den unterschiedlichen Helligkeiten des relativ glatten Mare-Bodens.


Weiter südlich tritt der verhältnismäßig junge und sehr komplexe Krater Kopernikus plastisch hervor. Die Spuren, die der Einschlag in der Umgebung hinterlassen hat, sind deutlich zu erkennen (wie "Schlamm" aussehender Auswurf, kleine Kraterreihen durch Sekundäreinschläge). Diese Gegend ist aber auch bekannt für vulkanische Aktivität. Knapp unterhalb der Bildmitte, etwas oberhalb des Kraters Hortensius, finden sich mindestens 5 kleine Aufwölbungen der Oberfläche, sogenannte Dome, die durch aufsteigendes Material aus dem Mondinneren entstanden sind. Auf den Domen ist teilweise ein kleiner Krater zu erkennen, durch den Material an die Oberfläche gelangte. Ein weiterer bekannter Dom ist Milichius pi etwas links oberhalb der Bildmitte.


Noch weiter südlich treffen wir im Vergleich zu Kopernikus auf den etwas älteren, aber noch gut erhaltenen Krater Bullialdus. In seiner Umgebung gibt es aber viele Krater, die stark verwittert bzw. von Lava geflutet sind. Am linken Bildrand geht gerade die Sonne für das Mare Humorum auf. Einige Rillen, die das Mare in der weiteren Umgebung des Kraters Hippalus in etwa konzentrisch umgeben, deuten auf eine Hebung des Bodens mit Rissbildung in diesem Bereich hin.


Wenden wir den Blick schließlich noch auf den kraterübersäten Südteil des Mondes. Einer der jüngsten, auffälligsten und bestdatierten großen Krater auf dem Mond ist Tycho (geschätztes Alter 108 Mio. Jahre). Er steht links der Mitte in diesem gedrehten Bild (Norden ist etwa links). Der Zentralberg, der terrassierte Wall und die jenseits des Kraterrands um etwa einen Tychodurchmesser in Mitleidenschaft gezogene Umgebung beeindrucken. Ganz anders der rechts der Bildmitte stehende Clavius. Diese Wallebene ist wesentlich größer und älter als Tycho. Der Kraterrand zeigt Erosionserscheinungen, der Boden ist lavageflutet und mittlerweile von zahlreichen kleineren Einschlägen getroffen.


Auch dieses Bild zeigt wieder Clavius, allerdings wieder so gedreht, dass Norden oben ist. Der Tycho ähnliche Krater unterhalb der Bildmitte ist Moretus. Ganz unten rechts gelangt man schließlich in die unübersichtliche Südpolgegend.

Ich freue mich schon auf den nächsten "Spaziergang" über den Mond.

Martin Federspiel


Donnerstag, 25. Oktober 2012

Mondmosaik am 24.10.2012 mit DSLR


Eine Lücke im Hochnebel bot Gelegenheit, den zu drei Vierteln vollen Mond aufzunehmen. Diesmal nicht mit einer Video-Kamera und anschließender Bearbeitung des Videos mit AviStack, sondern mit einer DSLR-Kamera. Aufhänger war, dass ich gerade die Canon 60Da ausprobiere. Das schwenkbare Display mit Live-View ist ein Segen. Obwohl das Fernrohr nach oben gerichtet ist, lässt sich das Display so positionieren, dass es ganz bequem sichtbar ist. So macht das präzise Fokussieren Spaß! Die Bildbewegung war erheblich, das Bild jedoch meistens relativ scharf. So habe ich mit dem 10"-Meade SCT bei 2,5 m Brennweite eine Serie von Einzelbildern aufgenommen und die zentralen Bildteile zu einem Mosaik des ganzen Mondes zusammen gesetzt. Bildbearbeitung: Wavelets (AviStack), Gamma-Kurve.

Klar, aus 1000 Bildern eines Videos kann man mit AviStack noch viel mehr an Details rausholen, aber der komplette Mond ist so mit einer DSLR-Kamera mit weniger Mühe auch schon sehr schön aufzunehmen - das Originalergebnis gibt noch erheblich mehr her, als in der Blog-Veröffentlichung zu erahnen ist.

Martin Federspiel

Montag, 15. Oktober 2012

Messier 101 und Umgebung


Entstanden im Juni und Juli 2012 auf der Schauinslandsternwarte
3x240sec + 8x120sec mit C14 Hyperstar
2x300sec + 4x600sec mit AK1
EOS1000Da mit IDAS LPS V2

Links oben ist die Galaxie NGC5474 zu sehen, rechts unten NGC5422 und im rechten oberen Viertel noch ein paar weitere Galaxien (NGC5473, 5484, 5485, 5486).

Samstag, 29. September 2012

Streichaktion, die erste

es ist bereits wieder ein paar Wochen her, dass Leo und ich uns bei sommerlichem Wetter auf der Sternwarte getroffen haben, um den Kuppeln und dem Gerüst darunter eine neue Schicht Farbe zu verpassen. Wie erwartet haben wir zu zweit nur etwa die Hälfte (nämlich die Ostkuppel und die Balken darunter) geschafft.
Wir können bestätigen, dass die Farbe gut hält und sich gegenüber Wasser und Seife als recht resistent erweist!

in Aktion

Ein paar neugierige Zaungäste schauten auch vorbei:


Da der Himmel vielversprechend war, blieben wir gleich da und konnten uns noch mit einem Bild von NGC6888 belohnen.


Stephan Studer

Montag, 17. September 2012

Jupiteranmimation vom 16. September 2012

Wieder hat mich das schöne Wetter früh am Sonntag Morgen aus dem Bett geholt, um den hoch im Meridian stehenden Jupiter zu beobachten und aufzunehmen. Ich sollte nicht enttäuscht werden, das Seeing war recht ordentlich und die schöne Morgenstimmung tat ein Übriges.

Wie schon eine Woche zuvor tauchte am östlichen Jupiterrand gerade wieder der Große Rote Fleck auf. Diesmal stand nicht der Mond Europa in der Nähe, dafür aber sein Schatten (Europa ist der Mond weiter östlich noch ein Stück außerhalb des Jupiterscheibchens, Io hatte seinen Durchgang hinter sich und stand auf der westlichen Seite des Jupiterschattens). Für einen guten Kontrast der Einzelheiten in der Jupiteratmosphäre und als Gegenmittel gegen das zunehmende Himmelsblau habe ich wieder einen Rotfilter vor meine DMK-Kamera gesetzt.

In einem Zeitraum von ca. 45 Minuten habe ich fünf Filmchen/Aufnahmen gemacht, die als Animation schön die Jupiterrotation und die Bewegung der Monde (und damit auch des Mondschattens) zeigen. Als die Sonne aufging, musste ich leider abbrechen, da dann der Kontrast doch erheblich schlechter wurde.


Martin Federspiel